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Schulhundkonzept

Projekt Schulhund



Was ist ein Schulhund?

Unter einem Schulhund versteht man nach Heyer/Kloke einen „speziell ausgebildeten Hund, der zur Unterstützung pädagogischer Prozesse aktiv und regelmäßig von Pädagogen in den Unterricht integriert wird.“
Dieser Schulhund ist ein speziell für dieses Umfeld ausgesuchter Hund, der von Geburt an entsprechend seines Alters und seiner späteren Aufgaben ausgebildet wird. Da er in Schulklassen eingesetzt werden soll, ist er ein besonders ruhiger, gut erzogener Hund, der einen hohen Stresspegel ertragen kann, ohne Zeichen von Aggression zu zeigen.
Er begleitet den Lehrer, der gleichzeitig sein Halter und Trainer ist, regelmäßig im Unterricht. Als Team tragen beide dazu bei, den Lernprozess der Schüler positiv zu beeinflussen und deren Sozialkompetenz und körperliches Wohlbefinden im Gesamtsystem Schule zu fördern.

Pädagogische Grundlage
Der kurzzeitige und auch langfristige Einsatz eines Schulhundes nach dem Konzept der
„Hundgestützten Pädagogik“  (HuPäSch) wurde in den vergangenen Jahren von Erziehungswissenschaftlern untersucht und praktisch erprobt.
Bisherige Forschungen zeigen, dass bereits die Anwesenheit eines Hundes die Lernatmosphäre im Klassenzimmer positiv verändert. Durch den Einsatz eines Schulhundes kann sowohl die Entwicklung von überfachlichen Kompetenzen als auch der Lernprozess der Kinder und Jugendlichen unterstützt werden und er hat Einfluss auf gesundheitliche Faktoren (z. b. Blutdruck, Stresshormone....).

Wirkungen von Schulhunden

  • die Lernatmosphäre verbessern

  • die Lernfreude steigern

  • Stress reduzieren

  • uns alternative Wege des Umgangs mit Aggression zeigen

  • entspannend und beruhigend wirken

  • motivieren, ermutigen, Selbstvertrauen geben

  • den Kontakt untereinander erleichtern

  • als "Eisbrecher" Hemmungen abbauen, die einer Begegnung im Wege stehen

  • das Bedürfnis nach Nähe erfüllen

  • Ängste abbauen

  • Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit fördern

  • Blutdruck und Herzfrequenz reduzieren

  • Verantwortungsbewusstsein steigern

  • Der Einsatz von Schulhunden hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Schulhunde werden in allen Schulformen eingesetzt, schwerpunktmäßig in Grund-/Haupt- oder Förderschulen. Obwohl es keine verpflichtende statistische Erfassung gibt, geht man derzeit von 2000 bis 3000 Schulhunden in Deutschland aus.


Voraussetzungen für den Einsatz eines Schulhundes
Der Einsatz eines Schulhundes muss in Absprache mit der Schulleitung erfolgen. Die
Schulleiterin erteilt die Erlaubnis für die Anwesenheit des Hundes.

Wesensvoraussetzungen für einen Schulhund
Charaktermerkmale, die ein Schulhund mitbringen sollte (Agsten, Lydia 2009):

  • keine aggressive Ausstrahlung

  • am Menschen orientiert und interessiert

  • mit Hunden verträglich

  • ruhiges, freundliches Wesen

  • Gehorsam

  • absolut verträglich mit Kindern

  • sehr geringe Aggressionsbereitschaft

  • empathisch

  • wenig stressempfindlich

  • nicht ängstlich und unsicher

  • kein Herdenschutztrieb



Hygienische und gesundheitliche Vorsorge

Im Rahmen der Selbstverpflichtung wird der Schulhund regelmäßig tierärztlich untersucht. Er erhält alle gängigen Impfungen und wird prophylaktisch entwurmt. Die entsprechenden Nachweise werden der Schulleitung vorgelegt. Darüber hinaus wird ein Hygieneplan erstellt: Der Hund hat keinen Zugang zum Küchen- und Essensbereich. Es wird darauf geachtet, dass nach dem Hundekontakt die Hände gewaschen werden und er nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommt.
Hilfsmittel, wie Einmalhandschuhe, Händedesinfektion und Reinigungsspray sind stets
vorrätig.

Regeln für den Umgang mit dem Hund
Bereits vor dem ersten Schulbesuch des Hundes werden mit den betreffenden Schülern Regeln erarbeitet, die für den Umgang mit ihm maßgeblich sind. In Form von Plakaten sollen die wichtigsten Regeln auch allen anderen Schülern und Lehrern unserer Schule zugänglich
gemacht werden. Die Regeln werden sowohl in Worte gefasst, als auch mittels Symbolen
verdeutlicht für Schüler, die die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrschen.

Aufenthaltsorte des Schulhundes sind ausschließlich mein Unterrichtsraum, das Sekretariat sowie der Streitschlichterraum. Auf ausreichende Ruhephasen des Hundes wird geachtet. Das Außengelände wird ausschließlich außerhalb der Pausenzeiten genutzt.
Der Raumwechsel geschieht immer unter meiner Aufsicht und mit Leinenführung.



Grundregeln für die Schüler im Umgang mit dem Schulhund

  • Wenn der Hund in seinem Körbchen liegt, lassen wir ihn in Ruhe!

  • Wir halten den Hund nicht fest!

  • Wir rennen nicht durch die Klasse!

  • Der Hund darf immer nur von einem Kind nach Zustimmung der Lehrerin gestreichelt werden.

  • Wir nehmen dem Hund niemals etwas weg!

  • Wir sind leise!

  • Wir rufen nicht nach dem Hund!

  • Wir füttern ihn nur mit Erlaubnis der Lehrerin!

  • Wir waschen uns die Hände, nachdem wir den Hund gestreichelt haben

  • Wir schließen unsere Schultaschen!

  • Wir sorgen für einen gefahrlosen Klassenraum! Es liegen keine Gegenstände, die der Hund verschlucken könnte, auf dem Boden.


Zeitplan
30.01.2017-07.04.2017

  • Das Kollegium wird über das Projekt eines Schulhundes informiert

  • Die Schüler und Eltern werden über die Integration eines Schulhundes informiert

  • Die Eltern werden in Form eines Elternbriefes zu Hundeallergien ihrer Kinder befragt

  • Die Schüler werden über die verbindlichen Grundregeln im Umgang mit dem Schulhund informiert

  • Im Rahmen eines klasseninternen Projekttages erfolgt eine intensive Beschäftigung mit dem Thema „Hund"


Ab 24.04.2017

  • Mitnahme des Schulhundes in die Schule an 3 Tagen

  • Grundausbildung des Hundes in einem Welpenkurs und Junghundekurs

  • Ausbildung des Hundes als Schulhund („HuPäSch" = Hundgestützte Pädagogik in der Schule)


Literatur:
Agsten, Lydia: HuPäSch. Norderstedt. Books on Demand, 2009
Beetz, Andrea; Hunde im Schulalltag. Ernst Reinhardt Verlag, 2015
Heyer, Meike, Kloke, Nora: Der Schulhund. Kynos Verlag 2013

 
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